Haiti |

Straüenkinder schlieüen Ausbildung ab

Fast acht Monate nach dem verheerenden Erdbeben auf Haiti haben in Port-au-Prince 48 Straßenkinder erfolgreich einen Ausbildungskurs des Salesianerordens in unterschiedlichen Handwerksberufen abgeschlossen. Nach drei Jahren intensiver Schulung erhielten 25 Mädchen ein Diplom als Schneiderin, Friseurin oder Kosmetikerin, 23 Jungen eines als Schreiner, Elektriker, Schlosser oder Schneider, wie der katholische Orden am Montag in Bonn mitteilte. "Damit ist in Haiti wieder ein Stück Normalität eingetreten", sagte der Leiter des Straßenkinderprogramms, Pater Pierre Lephene.

Bei dem Erdbeben vom 12. Januar 2010 waren nach Angaben der Vereinten Nationen mindestens 250.000 bis 300.000 Menschen umgekommen, 1,2 Millionen wurden obdachlos. Bei dem Beben wurden auch Einrichtungen der Salesianer zerstört. Dabei starben 250 Kinder, die sich an jenem Spätnachmittag in den Unterrichtsräumen des Ordens in Port au Prince befanden. Auch drei Mitglieder des Salesianerordens kamen um.

In der haitianischen Hauptstadt gibt es nach amtlichen Schätzungen an die 4.000 Straßenkinder, wobei die Dunkelziffer wesentlich höher sein dürfte. 900 Kinder und Jugendliche leben in den Auffangheimen des Ordens. Ein Fünftel davon sind Mädchen, von denen viele sich zuvor aus Not prostituiert hatten.
Inzwischen arbeiten in der verwüsteten Stadt nach Ordensangaben auch wieder die "kleinen Schulen", die vor Jahren mit Hilfe der Salesianer aus Bonn an 54 Standorten errichtet wurden. Unter freiem Himmel oder in einer Wellblechhütte unterrichten hier alphabetisierte Väter und Mütter je 20 bis 30 Kinder stundenweise im Lesen und Schreiben. Der Unterricht ist kostenlos, die Lehrer erhalten Lebensmittel als Lohn.

Quelle: kna