Bolivien, Paraguay |

Straüenbau bedroht Weenhayek

Moisés Sapirana, Stammesführer der »Organisation der Capitanías Weenhayek und Tapiete von Tarija« (Orcaweta) äußerte sich am Montag besorgt über die Umleitung des Grenzflusses Río Pilcomayo. »Die Paraguayer haben eine Straße gebaut. Dafür haben sie einen Damm errichtet, der die Wasser des Río Pilcomayo umleitet. Damit kommen die Fische nicht mehr flussaufwärts, und legen ihren Laich nur noch auf paraguayischem Gebiet ab«, alarmierte der Orcaweta-Chef gegenüber dem Radiosender Erbol.

Tarijas konservativen Präfekten Mario Cossío warf Sapirana »Untätigkeit« vor. Seit acht Monaten sei das Problem bekannt. »Wir haben es satt, Briefe zu schreiben, die nie beantwortet werden«, beklagt Sapirana im Interview. Die Präfektur wisse, dass der Fischfang »unsere einzige Einkommensmöglichkeit ist«. Die Zahl der Weenhayek wird auf 50000 geschätzt, laut des argentinischen Nationalinstituts für Statistik (INDEC) leben 36.135 in Argentinien. Im bolivianischen Departamento Tarija siedeln in 16 Gruppen schätzungsweise 2000 Weenhayek.

Die indigene Minderheit mit der Selbstbezeichnung »das andere Volk« und «das Flussvolk« im Dreiländereck Argentinien, Paraguay und Bolivien lebt von der Flusswirtschaft. Doch massive Minenwirtschaft lässt Trinkwasser in den Tälern knapp werden, viele Flüsse sind vergiftet, teils mit krebserregenden Substanzen, warnte zuletzt die Liga zur Verteidigung der Umwelt (Lidema), ein Zusammenschluss von 27 Umweltorganisationen. (bb)

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