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Straßenschlachten bei Lehrerprotesten

Nach friedlichen Demonstrationen von Lehrern für mehr Lohn in den größten Städten Brasiliens ist es am Mittwoch zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften der Militärpolizei und autonomen Protestlern gekommen. Berichten von Nachrichtenagenturen zufolge, hätten in Sao Paulo und Rio de Janeiro kleine Gruppen maskierter Männer Geschäfte, Bankgebäude und Autos angezündet und geplündert sowie das Sicherheitsaufgebot mit Molotov-Cocktails angegriffen. Dabei kam es zu stundenlangen Scharmützeln zwischen schwer bewaffneten Polizisten und Autonomen.

Im Laufe des Abends seien insgesamt vier Polizisten verletzt worden, vermeldete die Nachrichtenagentur Reuters. Schon im Vorfeld hätten zahlreiche Ladengeschäfte ihre Fenster mit Schutzeinrichtungen verbarrikadiert, nachdem es bereits bei Protesten in der letzten Woche zu Übergriffen auf Gegenstände gekommen war. „Zwischen den tausenden Lehrern gab es erneut militante Gruppen“, berichtet ein BBC-Korrespondent aus Rio de Janeiro vom „Schwarzen Block“. In beiden Städten wurden über 200 Protestler verhaftet.

Acht Monate vor Brasiliens Regierung würden die gewalttätigen Protestaktionen, die in ihrer Stärke an die Massendemonstrationen im Juni 2012 erinnern, mit „ernsthafter Besorgnis“ betrachtet, so der britische Brasilien-Reporter Wyre Davies. In Sao Paulo sei die Lehrer-Demonstration auf ihrem Weg in Richtung des Sitzes der Provinzverwaltung an der Pinheiros-Hauptstraße auf die Militärpolizei gestoßen. Diese setzte Schlagstöcke, Pfefferspray und Tränengas ein, berichtet ein Korrespondent der argentinischen Tageszeitung Clarín. Der Demonstration des Lehrerverbandes hatten sich der nationale Studentenverband und der Sozialistische Jugendbund sowie Gewerkschaften und das Netzwerk „Red Emancipa“ angeschlossen. (bb)