Mexiko |

Stimme gegen Geld

In Mexiko kaufen Parteien Wählerstimmen mit Geschenken. Foto (Symbolbild): Alan Levine, CC0 1.0
In Mexiko kaufen Parteien Wählerstimmen mit Geschenken. Foto (Symbolbild): Alan Levine, CC0 1.0

Bereits vor dem Urnengang zu den allgemeinen und Präsidentschaftswahlen am 1. Juli 2018 werden Vorwürfe über den Kauf von Stimmen laut. Nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Bürgerliches Bündnis gegen die Armut haben in 25 der 32 Bundesstaaten rund neun Millionen Mexikaner ihre Stimme verkauft. Dem Bericht zufolge, den die Organisation Mitte der Woche veröffentlicht hat, hätten rund 30 Millionen Mexikaner entsprechende Angebote erhalten. Offeriert wurden ihnen Geschenke, Bargeld oder bessere Sozialleistungen, wenn sie eine bestimmte Partei wählen.

Die beiden großen Parteien PRI und PAN seien diejenigen gewesen, die sich am meisten Unterstützung erkauft hätten. Sie hätten rund fünf Millionen Wahlberechtigten Angebote gemacht. Es folgt die PAN, die knapp fünf Millionen Menschen angesprochen hätte. Zahlreiche Mexikaner gaben bei der durchgeführten Umfrage an, von mehreren Parteien um ihre Stimme gebeten worden zu sein. Knapp 20 Millionen sagten, sie hätten auf die Angebote nicht reagiert.

Der Direktor des Bürgerlichen Bündnisses gegen Armut Alberto Sedán forderte bei der Präsentation des Berichts, dass diese Art des Betruges nicht ungestraft bleiben dürfe und die Nationale Wahlbehörde sich einschalten solle. Er verurteilte darüber hinaus, dass Politiker die Armut der Menschen ausnutzen würden, um Wahlen zu gewinnen und erinnerte daran, dass es „den Menschen, die das Angebot akzeptieren, nicht helfen wird, sich aus der Armut zu befreien“. (aj)