Haiti |

Stichwahl zwischen Manigat und Martelly

Gut zwei Monate nach den Wahlen und politischen Unruhen hat der provisorische Wahlrat (CEP) gestern angekündigt, dass es eine Stichwahl zwischen den Präsidentschaftskandidaten Mirlande Manigat (RDNP) und Joseph Michel Martelly (repons peyizan) geben wird. Die Stichwahl soll am 20. März stattfinden, die Ergebnisse am 16. April bekannt gegeben werden.

Der provisorische Wahlrat gab zudem die Namen von drei Senatoren und mehreren Abgeordneten bekannt, die schon nach dem ersten Wahlgang gewählt worden seien. Menschenrechtsorganisationen bezweifelten einige dieser definitiven Wahlergebnisse.
Die Plattform der haitianischen Organisationen zur Verteidigung der Menschenrechte (POHDH) zog insbesondere die verkündeten Wahlergebnisse in den Regionen in Zweifel, in denen die Wahlen annuliert worden waren oder annulliert werden sollten.“Ich bedauere es sehr, dass die Expertenkomission der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), die die Wahlabläufe untersuchen sollte, nicht ihr Augenmerk auf die Legislativwahlen gelegt hat, die von Unregelmäßigkeiten gekennzeichnet waren“, so Antonal Mortimé, Generalsekretär der Plattform.

Pierre Esperance, Direktor des Nationalen Netzwerkes zur Verteidigung der Menschenrechte (RNDDH), kritisierte, dass der Wahlrat die positive Wahlergebnisse von Kandidaten angekündigt habe, die in Wahlfälschungen verwickelt worden seien. Dagegen begrüßte Esperance die Ergebnisse für die zweite Runde der Präsidentschaftswahlen: „Sie spiegeln die Wahl derjenigen wieder, die ihr Wahlrecht ausüben konnten.“ (vh)

Quellen: Radio Métropole, Alterpresse