Haiti |

Stichwahl weitgehend ruhig verlaufen

Im Gegensatz zur ersten Runde ist die Stichwahl um die Präsidentschaft in Haiti weitgehend ruhig verlaufen. Vereinzelt kam es am Sonntag zu organisatorischen Problemen bei der öffnung der Wahllokale, weshalb sie in der Hauptstadt Port-au-Prince länger als geplant geöffnet blieben. Aus der Provinz wurden zwei Tote und drei Verletzte bei Schießereien vermeldet, doch größere Unruhen und Berichte über Wahlbetrug blieben nach Angaben des Provisorischen Wahlrates (CEP) aus. Er sei im Großen und Ganzen zufrieden mit dem Wahltag, erklärte CEP-Präsident Gaillot Dorsinvil.

Die Wahlbeteiligung lag Schätzungen der UN-Stabilisierungstruppe Minustah zufolge höher als die 23 Prozent der ersten Runde. Insgesamt waren rund viereinhalb Millionen Haitianer zur Stimmabgabe aufgerufen.

Die Minustah hatte zusammen mit der haitianischen Polizei im ganzen Land ein großes Sicherheitsaufgebot auf die Beine gestellt. Die Rückkehr des gestürzten Ex-Präsident Jean-Bertrand Aristide aus dem Exil vor zwei Tagen hatte Befürchtungen von Unruhen geschürt. Aristide blieb jedoch am Wahltag im Hintergrund; er hatte keinem der Kandidaten seine Unterstützung ausgesprochen.

In der Stichwahl entscheiden die Haitianer zwischen der 70-jährigen Intellektuellen Mirlande Manigat und dem 50-jährigen Sänger Michel Marelly, der Umfragen zufolge einen leichten Vorsprung hat. Außerdem mussten sieben der 30 Senatorensitze und 79 der 99 Abgeordneten in der Stichwahl vergeben werden. Mit dem vorläufigen Ergebnis kann laut CEP erst am 31. März gerechnet werden, mit dem Endergebnis um den 16. April. (sw)