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Steigende Militärausgaben in Südamerika

Die Rüstungsausgaben sind in Südamerika im vergangenen Jahr um 5,8 Prozent angestiegen. Dies geht aus einer Studie hervor, die das Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) am 11. April veröffentlichte. Demnach stiegen die Militärausgaben in Südamerika um rund 63 Millionen US-Dollar an.

Weltweit seien die Militärausgaben nur um 1,3 Prozent gestiegen und hätten insgesamt 1,6 Billionen US-Dollar betragen. Das Institut erklärt den starken Anstieg mit dem wirtschaftlichen Wachstum in der Region, während sich anderswo noch die Folgen der Weltwirtschaftskrise bemerkbar gemacht hätten.

Brasilien will „Macht und Einfluss“

Für den Anstieg ist vor allem Brasilien verantwortlich. Das Land hatte im vergangenen Jahr 9,3 Prozent mehr Geld für Rüstung ausgegeben als noch 2009. Das Land suche „Macht und Einfluss“ auch außerhalb Südamerikas zu gewinnen und tue dies auch durch die Stärkung seiner Armee, heißt es in dem Bericht. Ebenfalls steigend sind die Rüstungsausgaben in Kolumbien. In Venezuela sind die Ausgaben jedoch im Vergleich zum Vorjahr um rund 27 Prozent zurückgegangen, so die Analyse von SIPRI.

Das Friedensinstitut zeigte sich überrascht über den starken Anstieg der Ausgaben in Südamerika, da eine reale militärische Bedrohung in der Mehrheit nicht gegeben sei. Stattdessen seien Sozialausgaben in vielen Staaten bitter nötig, unterstreicht die Lateinamerikareferentin des Instituts, Carina Solmirano, im Bericht.

Als Militärausgaben fasst SIPRI alle Kosten der Regierung für den Unterhalt der Armee und Militäreinsätze zusammen, inklusive Gehältern, Pensionszahlungen, Waffenkäufe, Forschungs- und Entwicklungskosten sowie Unterhaltskosten für militärische Einrichtungen. (bh)

Quelle: Adital