Brasilien |

Staudammprojekt in Belo Monte wieder auf Kurs

Brasiliens Mega-Staudammprojekt Belo Monte ist nach diversen Verzögerungen wieder auf Kurs. Nachdem vor zwei Tagen die Staatsbank eine Rekordsumme von umgerechnet 8,3 Milliarden Euro für den Bau genehmigte, konnte sich das zuständige Baukonsortium am Mittwoch, 28. November, (Ortszeit) auch mit den streikenden Arbeitern auf Lohnerhöhungen einigen. In den vergangenen Monaten war es durch Proteste und Arbeitsniederlegungen zu Unruhen und Baustopps gekommen.

Das Konsortium stimmte Lohnerhöhungen von 11 Prozent sowie einer Ausdehnung der Besuchszeiten für Familienangehörige in den Arbeitercamps zu, wie die brasilianische Presse am Donnerstag, 29. November, berichtet. Vor zwei Wochen wurden bei Unruhen in den Siedlungen Maschinen und Unterkünfte zerstört. 400 Arbeiter wurden daraufhin entlassen; sechs von ihnen sitzen noch in Untersuchungshaft. Zuvor hatten bereits indigene Demonstranten Teile der Baustellen besetzt und verwüstet.

Das Baukonsortium Norte Energia hat den Berichten zufolge 30 Jahre Zeit, die Baukredite von insgesamt 8,3 Milliarden Euro an die staatliche Entwicklungsbank BNDES zurückzuzahlen. Dabei könnte der Finanzbedarf noch wesentlich höher liegen, vermuten Experten. Das Kraftwerk soll 2015 ans Netz gehen.

Belo Monte ist in Brasilien stark umstritten. Für das Projekt sollen mehr als 500 Quadratkilometer Urwald überflutet werden. Gegner führen an, dass die örtliche Bevölkerung, darunter indigene Völker, nicht wie von der Verfassung vorgesehen angehört worden seien. Umweltauflagen sollen bislang nicht erfüllt worden sein.

Unter anderen kämpft der katholische Indianermissionsrat CIMI unter der Leitung von Amazonasbischof Erwin Kräutler gegen das Projekt. Staatspräsidentin Dilma Rousseff hält den Bau von Belo Monte für die Entwicklung und Erschließung der Amazonasregion für unabdingbar.

Quelle: KNA