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Staudamm-Gegner besetzen Baustelle

Mit einer Besetzungsaktion hat eine Gruppe brasilianischer Indigene die Bauarbeiten am umstrittenen Wasserkraftwerk Belo Monte am Xingu-Fluss gestoppt, so Berichte der Nachrichtenagentur Agência Brasil (AB). Seit Donnerstag, 2. Mai, halten rund 60 Indigene Verwaltungsgebäude einer der drei großen Baustellen des Staudammprojekts rund 55 Kilometer der Stadt Altamira im Bundesstaat Pará unter ihrer Kontrolle. Seitdem stehen die Bauarbeiten an diesem Teil des Mega-Projektes still.

Die Protestierenden hätten sich in den Büros einquartiert und würden auf Hängematten schlafen, vermeldet AB. Die Protestierenden der Indigenen-Gruppen Munduruku, Juruna, Kayapó, Xipaya, Kuruaya, Asurini, Parakaná und Arara fordern die Einhaltung der Konvention 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Sie befürchten Vertreibung und Umweltschäden. Das auch von Brasilien unterzeichnete Abkommen schreibt eine Konsultation der Indigenen im Vorfeld von Infrastruktur-Projekten vor.

Am Freitag, 3. Mai, war laut Angaben der Projektführung bereits eine polizeiliche Räumung durchgeführt worden. Der harte Kern der Demonstranten befände sich aber weiterhin auf dem Gelände, wo auch 3.000 Bauarbeiter untergebracht sind. Das Staudamm-Konsortium kündigte am Wochenende ein weitere Räumungsklage an. Dafür werde man Verhandlungsergebnisse zwischen Indigenen-Vertretern und Bundesregierung abwarten, so Medienberichte zu Wochenbeginn. (bb)