El Salvador |

Staatliche Entschuldigung für Romero-Mord gefordert

San Salvador. In El Salvador fordern zahlreiche kirchliche Gruppen, dass sich der Staat öffentlich für den Mord an Erzbischof Oscar Arnulfo Romero entschuldigt. Wie die Medien des mittelamerikanischen Landes berichten, übergaben Vertreter der Organisationen Regierungschef Mauricio Funes eine Petition mit der Bitte, zum 30. Jahrestag der Ermordung Romeros am 24. März 2010 die Verantwortung des Staates für das Attentat offiziell einzugestehen.

Der Sozialdemokrat Funes hatte bereits vor einiger Zeit angekündigt, die Umstände des bis heute nicht vollständig aufgeklärten Mordes zu untersuchen. Er käme damit einer Forderung der Menschenrechtskommission der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) nach.

Der 1917 geborene Erzbischof von San Salvador wurde 1980 während eines Gottesdienstes ermordet. Für seine Anklagen gegen Unterdrückung und Ausbeutung und als Verfechter einer Option für die Armen war Romero weit über Mittelamerika hinaus bekanntgeworden. Die Hintergründe sind bis heute nicht vollständig aufgeklärt; die mutmaßlichen Drahtzieher wurden nicht verurteilt. Papst Johannes Paul II. besuchte 1996 Romeros Grab in der Kathedrale von San Salvador. Für Romero läuft ein Seligsprechungsprozess bei der zuständigen Kongregation in Rom.

Nach Erkenntnissen einer unabhängigen Wahrheitskommission, die sich um die Aufklärung von Verbrechen während des Bürgerkrieges in El Salvador bemüht, war Roberto D´Aubuisson geistiger Urheber des Mordes. D´Aubuisson war Major der salvadorianischen Armee und Chef der Todesschwadronen. Später gründete er die rechtskonservative ARENA-Partei. Der ehemalige Präsidentschaftskandidat starb 1992 an einer Krebserkrankung.

Quelle: kna