El Salvador |

Staat muss verschwundene Kinder suchen

Der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte (CoIDH) hat den Staat El Salvador dazu verurteilt, den Verbleib von fünf Kindern aufzuklären. Zudem müssten die Verantwortlichen gefunden und bestraft werden. Die Kinder waren während des Bürgerkrieges (1980-1992) verschwunden.

In diesem Zeitraum sind mehr als 75.000 Personen ermordet worden und mehr als 8.000 Menschen sind gewaltsam verschwunden, darunter sind Schätzungen zufolge 881 Kinder. Vor dem Gerichtshof wurden jetzt die Fälle von Gregoria Herminia Contreras, Serapio Cristian und Julia Inés Contreras, den Schwestern Ana Julia und Carmelina Mejía Ramírez sowie Rubén Rivera verhandelt. Rivera wurde im Jahr 2006 als 28-Jähriger lebend gefunden.

Armee hat systematisch Kinder verschleppt

Es sei das erste Mal, dass der Gerichtshof in einem Urteil das systematische gewaltsame Verschwindenlassen und Morden von Kindern anerkenne, erklärte Ester Alvarenga. Sie hatte die Opferseite im Namen der Menschenrechtsorganisation Cejil beim Prozess vertreten. Vor allem zwischen 1980 und 1984 seien Kinder illegal von der Armee verschleppt worden.

Der Gerichtshof bestimmte zudem, dass den Rechtsvertretern alle relevanten Archive zur Aufklärung der Fälle zugänglich gemacht werden müssen. Alejandra Nuño, Leiterin der Abteilung Zentralamerika bei Cejil betonte, dass diese Entscheidung "in einem günstigen Moment" gefallen, sei, da in El Salvador gerade über ein neues Gesetz diskutiert wird, dass den öffentlichen Zugang zu Informationen regeln soll. (bh)

Quelle: Adital