Paraguay |

Staat enteignet Großgrundbesitzer

Nach jahrzehntelangem Rechtstreit vor nationalen und internationalen Gerichten können Indigene in Paraguay auf die Rückgabe unrechtsmäßig verlorener Gebiete hoffen. Wie ein Sprecher von Paraguays Senat am Mittwoch, den 18. Dezember erklärte, sei ein Gesetz in Arbeit, mit dem die Sawhoyamaxa- Gemeinde ihr Land wieder zurück erhalte, so die Nachrichtenagentur EFE.

Heribert Roedel, ein Viehzüchter mit deutscher Abstammung, hatte die Landtitel der Exnet-Indigenen in dem Gebiet rund 370 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Asunción für sich beansprucht und in Beschlag genommen. Nachdem die Betroffenen vor nationalen Gerichten gescheitert waren, hatte der Interamerikanische Menschengerichtshof 2006 den paraguayischen Staat zur Rückgabe verpflichtet.

Medienberichten zufolge werden 14.404 Hektar von 60.000 Hektar Landbesitz des Großbauern nun enteignet. Der Sprecher von Amnesty International Paraguay begrüßte die Maßnahme als "einen ersten und wichtigen Schritt". Die Abgeordneten stünden "in der Pflicht für das Gesetz zur Enteignung" zu stimmen, so Frank Conde. Nach dem Landraub vor 20 Jahren lebten die Vertriebenen unter menschenunwürdigen Bedingungen am Rande einer Überlandstraße. (bb)