Brasilien |

Spekulationen um Vizekandidatur von ökopolitikerin

Brasiliens ehemalige Umweltministerin Marina Silva wird Medienberichten zufolge bei den Präsidentschaftswahlen am 5. Oktober 2014 als Vizekandidatin an der Seite vom Präfekten des Bundestaates Pernambuco Eduardo Campos ins Rennen um die Wählergunst gehen. Diese von der Sozialistischen Partei Brasiliens (PSB) bisher unbestätigte Information vermeldete am Wochenende die Tageszeitung O Globo.

"Es ist unser Wunsch, dass sie Vize wird", erklärte PSB-Fraktionschef im Parlament Beto Albuquerque gegenüber der Tageszeitung A Tarde. Silva, die als einstige politische Ziehtochter von Ex-Präsident Luiz Inácio "Lula" da Silva (2003 bis 2011) gilt und wegen der Umweltpolitik seiner Regierung 2008 das Kabinett verließ, war Ende 2013 der PSB beigetreten. Zuvor hatte das Oberste Wahlgericht ihrer Partei "Netz für Nachhaltigkeit" die Registrierung verweigert. Als Grund nannten die Richter fehlende Mitgliederunterschriften.

Bei den Präsidentschaftswahlen 2010 hatte die beliebte Silva mit der Grünen Partei (PV) 22 Millionen Wählerstimmen auf sich vereinen können. 2011 erklärte die heute 55-Jährige wegen Personalstreitigkeiten ihren Austritt aus der PV. Aber auch in ihrer neuen politischen Heimat gibt es Konflikte. So ist noch unklar, ob PSB-Personal aussichtsreiche Listenplätze im Ballungsraum von Sao Paulo für die "Tukane" aus dem öko-Umfeld Silvas frei machen wird und ihre bisherige Unterstützung für Sao Paulos Präfekten Geraldo Alckim von der "Sozialdemokratischen Partei Brasiliens" (PSDB) zurückzieht, um so einen Richtungswechsel nach links zu ermöglichen. (bb)