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Sozialforum zu alternativen Entwicklungsmodellen

In Brasilien diskutieren Vertreter der globalen Zivilgesellschaft von Dienstag an fünf Tage lang über alternative Entwicklungsmodelle. Unter dem Motto "Kapitalistische Krise, soziale und ökologische Gerechtigkeit" finden im südbrasilianischen Porto Alegre und umliegenden Städten vom 24. bis 29. Januar mehrere hundert Veranstaltungen zu Themen wie Verteilungsgerechtigkeit und nachhaltige Landwirtschaft statt. Das Treffen ist Teil des 2001 ins Leben gerufenen Weltsozialforums (WSF), einer Gegenveranstaltung zum Davoser Weltwirtschaftsforum und den Wirtschaftsgipfeln der Industriestaaten.

Das jetzige Treffen soll den "People´s Summit" vorbereiten, eine Parallelveranstaltung zu dem im Juni in Rio de Janeiro stattfindenden "Rio+20"-Gipfel. Kritiker fürchten, dass diese UN-Veranstaltung nicht die nötigen Erneuerungen bringen wird. "Der erste Entwurf einer neuen Deklaration der UN-Konferenz in Rio für nachhaltige Entwicklung ist eine bittere Enttäuschung", erklärte Hugo Braun, Mitglied des globalisierungskritischen Bündnisses Attac sowie des International Council des WSF. Von einer Wende zu mehr sozialer und ökologischer Gerechtigkeit könne keine Rede sein. Notwendig sei ein Systemwechsel, da von den etablierten Akteuren keine wirksamen Antworten zu erwarten seien.

An den fünf Tagen des Forums sind rund 900 Vorträge, Diskussionen, Konzerte und andere Veranstaltungen geplant. Insgesamt rechnen die Organisatoren mit 30.000 Teilnehmern. Auch Brasiliens Staatspräsidentin Dilma Rousseff habe ihre Mitwirkung an einer Diskussionsrunde am Donnerstag zugesagt.

Quelle: KNA