Argentinien |

Soja-Produzenten protestieren gegen Ausfuhrsteuer

Argentiniens wichtigste Landwirtschaftsverbände sind seit dem Wochenende, 15./16. Juni, in einen fünftägigen Ausstand getreten. Mit Protestaktionen und einem Lieferstopp von Nahrungsmitteln demonstrieren die einflussreichen Landwirte des Landes gegen eine von der Regierung erhobene Abgabe auf Exporte von Kornerzeugnissen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters am Montag, 17. Juni.

„Der Streik hat normal begonnen und wird noch bis Mittwoch Mitternacht dauern“, erklärte am Sonnabend, Julio Currás, Vizepräsident des Argentinischen Agrarverbandes. Inflation habe die Produktionskosten belastet, ungünstige klimatische Bedingungen kämen erschwerend hinzu. Die Exportsteuer stellte darum eine weitere Belastung dar, argumentieren die Landwirte.

Landwirtschaftsminister Norberto Yauhar bezeichnete die Proteste als politisch motiviert. “Ich habe den Eindruck, dass hier vor den Wahlen ein Manöver durchgeführt wird, das Chaos schaffen will”, kritisierte das Regierungsmitglied den Verkaufsstopp für Fleisch, Weizen und andere Nahrungsmittel. Dabei sei die Produktion von Mais nach einer Rekordernte von 102 Millionen Tonnen auf einem historischen Höchststand, so der Minister in einem Interview mit der Tageszeitung Página 12.

Mit der Steuer auf den Export von Landwirtschaftsprodukten will Argentiniens Regierung die Nahrungsmittelsouveränität vom Binnenmarkt stärken und die Exportabhängigkeit vom Weltmarkt verringern. Die Landwirte argumentieren dagegen, die Steuer gefährde die Wirtschaftlichkeit der Landwirtschaft. Schon 2008 protestierten Argentiniens Viehzüchter gegen eine Fleisch-Exportsteuer, woraufhin die Regierung die Maßnahme schließlich zurückzog. (bb)