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Söldner verbreiten Todesliste nach Mord an Guarani-Anführer

Nach Angaben von Survival International verbreiten Söldner in Brasilien mit einer Todesliste prominenter Anführer der Guarani-Indianer Angst unter den Indigenen. Erst letzten Monat wurde der Guarani-Anführer Nísio Gomes ermordet.

Berichten zufolge wurden die Söldner von einflussreichen Großgrundbesitzern im Bundesstaat Mato Grosso do Sul angeheuert, um die Guarani einzuschüchtern und von der Rückkehr auf ihr Land abzuhalten. Die neusten Übergriffe auf Guarani-Indianer verliefen fast identisch: Bewaffnete kreisten Fahrzeuge ein in denen Guarani unterwegs waren, zwangen sie anzuhalten, beschimpften die Passagiere und befragten sie zu den Namen auf der Todesliste.

Ein Guarani-Anführer berichtete Survival International: "Sie haben uns ausfindig gemacht und sind entschlossen uns zu töten. Wir haben keinen Ort mehr, an den wir fliehen können." Zeugen berichteten, dass ein Team von Regierungsbeamten und ein lokaler Bürgermeister bei dem Zwischenfall ebenfalls anwesend gewesen sein sollen.

Drohungen gegen den Sohn des ermordeten Guarani-Anführers Marcos Veron haben ihn inzwischen gezwungen, aus seiner Gemeinschaft zu fliehen. Veron wurde 2003 von Ranchern ermordet, nachdem er mehrmals versucht hatte das Land seiner Gemeinde wieder zu besetzen.

Stephen Corry, Direktor von Survival, sagte heute: "Dies ist noch eine weitere Tragödie im Feldzug gegen die Guarani, die sich gegen den Raub ihres Landes wehren. Nichts wird die Viehzüchter daran hindern, ihre eigenen Interessen zu schützen."

Die Mörder von Gomes wurden noch nicht gefasst. Letzte Woche gab Brasiliens Staatsanwaltschaft jedoch bekannt, dass sechs Männer für den Mord an zwei Guarani-Lehrern 2009 angeklagt wurden. Unter den Angeklagten sind ein lokaler Politiker und ein brasilianischer Viehzüchter, der die Gemeinde der Lehrer umzingelt hatte.

Quelle: Survival International