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Situation der Guarani besorgniserregend

Die Situation der indigenen Guarani im Süden Brasiliens zählt zu den schlechtesten unter allen Indigenen Lateinamerikas, so das Fazit des aktuellen Reports der Menschenrechtsorganisation Survival International. Der Bericht wurde den Vereinten Nationen (UN) vorgelegt, zum Anlass des internationalen Tags zur Eliminierung Rassistischer Diskriminierung am 21. März.

Die Selbstmordrate unter den Guarani sei hoch, Mangelernährung und Alkoholmissbrauch seien häufig. Guarani würden regelmäßig Opfer gezielter Übergriffe bis hin zu Ermordungen durch bewaffnete Wächter. Diese würden von Viehzüchtern angeheuert, die sich meist widerrechtlich auf dem angestammten Land der Indigenen niedergelassen hätten. Immer wieder würden Guarani ohne rechtliche Grundlage inhaftiert.

In seinem Bericht prangert Survival die mangelnde Anerkennung der Landrechte der Indigenen an. Dies sei die Grundursache für ihre brisante Lebenssituation.
Die Autoren des Berichts warnen außerdem davor, dass die Ureinwohner im Zuge des erhöhten Bedarfs an Ethanol als Alternativtreibstoff weitere Gebiete ihres angestammten Landes an Farmer verlieren werden.

Nach Auskunft von Survival International sind viele Guarani sind bitterarm, obwohl sie in einem der wohlhabendsten Staaten Brasiliens und einer der aufstrebenden Wirtschaftsmächte der Welt beheimatet sind. Ganze Guarani-Gemeinschaften kampieren unter Zeltplanen am Rande belebter Landstraßen, andere leben in überbevölkerten „Reservaten“, in denen sie von Almosen der Regierung abhängig sind.