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Siedler und Holzfäller sollen Awa-Territorien verlassen

Die brasilianische Indigenenbehörde (Funai) hat Siedler und Holzfäller aufgefordert, Territorien des indigenen Volkes der Awa im Bundesstaat Maranhao binnen 40 Tagen friedlich zu verlassen. Betroffen sind Gebiete der Gemeindebezirke Centro Novo do Maranhão, Governador Newton Bello, São João do Caru und Zé Doca im Nordwesten des Bundesstaates.

Die Behörden drohen andernfalls mit einer gewaltsamen Räumung, berichtet die Nachrichtenagentur Servindi unter Berufung auf eine Erklärung der Indigenenbehörde. Mit der Anordnung werde eine Entscheidung des Bundesgerichts von Maranhao umgesetzt, dass die Rechtmäßigkeit der indigenen Territorien Caru, Awá, Alto Turiaçu und Araribóia im brasilianischen Amazonasgebiet erneut bestätigt hatte. Dort leben rund 400 Menschen des Volkes der Awá-Guajá sowie weitere indigene Gruppen in freiwilliger Isolation.

30 Prozent des Waldes bereits illegal abgeholzt

Das Waldschutzgebiet Gurupi, in dem große Teile der Indigenen leben, ist laut Funai bereits zu mehr als 30 Prozent abgeholzt. Auf den indigenen Territorien agieren zum Teil schwer bewaffnete Holzfäller und Siedler. „Diese Situation gefährdet das Überleben der Awa, die ausschließlich als Jäger und Sammler leben“, so die Indigenenbehörde. Nicht-Indigene müssen dieses Gebiet ab dieser Woche mit allen ihren Habseligkeiten verlassen. Nach 40 Tagen werde die Armee das Gebiet räumen. Ein Anspruch auf Entschädigung bestehe nicht.

Bei einer Aktion der brasilianischen Umweltbehörde Ibama gegen illegalen Holzeinschlag im Sommer des vergangenen Jahres hatte die Armee laut Medienberichten mehrere illegale Sägewerke, Holz sowie Ausrüstung beschlagnahmt. Die Behörden waren jedoch nicht gegen die illegalen Holzfäller und Viehzüchter selbst vorgegangen, berichtet die NGO Survival. (bh)

Link zur Erklärung der Funai: http://www.funai.gov.br/