Honduras |

Sicherheitsdienst tötet fünf Bauern

Im nördlichen Departamento Colon sind fünf Anhänger der Landlosen-Organisation »Vereinte Bauernbewegung von Aguan« (MUCA) tot aufgefunden worden. »Ignacio Reyes (50), Teodoro Acosta (40), Siriaco Muños (56), Raúl Castillo (45) und José Luis Sauceda (32) sind am Morgen des 15. November 2010 in der Gegend von Tumbador, Sektor Trujillo von Killern des Latifundisten Miguel Facussé brutal ermordet worden«, hieß in einer am Dienstag verbreiteten MUCA-Erklärung.

Der Landkonflikt in Honduras zwischen den Bauerngemeinden und den drei Großgrundbesitzern Miguel Facussé, René Morales und Reynaldo Canales schwelt seit Jahren. Die Unternehmer weiten ihre Palmölplantagen illegal aus, Abkommen zwischen MUCA und dem »Nationalen Agrarinstitut« (INA), das den Bauern Land zuspricht, werden missachtet. Nach dem Staatstreich gegen Staatspräsident Manuel Zelaya 2009 sei der Kampf ums Land weiter eskaliert, acht Bauern kamen in einem Jahr ums Leben. »Wir verurteilen die Haltung von Armee und Polizei, die Kenntnis von den bewaffneten Gruppen haben«, so MUCA.

»Stattdessen geben sie den Söldnern Schutz und stellen Autos und großkalibrige Waffen zur Verfügung (M-16, M-60) und decken die Massaker«, beklagt die Bauernorganisation. 300 Paramilitärs würden dem »Palmero des Todes« Facussé die »De-facto-Macht« in der Region sichern. Oscar Álvarez, Honduras Minister für Sicherheit, kündigte derweil die Entsendung von Staatsanwälten zur Untersuchung des Massakers an. (bb)