Chile |

Senat verabschiedet Anti-Diskriminierungsgesetz

Das chilenische Abgeordnetenhaus hat Ende vergangener Woche das in dem südamerikanischen Land lange diskutierte Anti-Diskriminierungsgesetz mit einer knappen 58 zu 56 Entscheidung verabschiedet. Die Abgeordneten haben damit auf den Tod des Homosexuellen Daniel Zamudio reagiert. Der 24-Jährige wurde Anfang März dieses Jahres aufgrund seiner sexuellen Orientierung brutal zusammengeschlagen und erlag drei Wochen später seinen Verletzungen im Krankenhaus.

Das Gesetz gegen Diskriminierung wurde bereits im Jahr 2005 von mehreren Nichtregierungsorganisationen und der chilenischen Homosexuellenbewegung ausgearbeitet. Ende 2011 verabschiedete der Senat den Entwurf. Die endgültige Billigung wurde anschließend jedoch bisher von mehreren Abgeordneten der Regierungspartei UDI blockiert. Die entsprechenden Parlamentarier gaben als Grund dafür an, dass das Gesetz möglicherweise den Weg für die homosexuelle Ehe ebnen könnte. Nach der landesweiten Anteilnahme am Tod von Daniel Zamudio rief der chilenische Präsident Sebastian Piñera die Abgeordneten dazu auf, den Billigungsprozess zu beschleunigen. Auch die Menschenrechtkommission der Vereinten Nationen forderte eine schnelle Verabschiedung des Anti-Diskriminierungsgesetzes. (aj)

Die vier jungen Männer, die Daniel Zamudio zusammengeschlagen haben, wurden kurz nach der Tat verhaftet und vorerst wegen Totschlags angeklagt. Drei von ihnen sind bereits zuvor durch gewalttätige Übergriffe auf Homosexuelle straffällig geworden.