Guatemala |

Schweres Erdbeben fordert mindestens 48 Tote

Ein Erdbeben der Stärke 7,2 auf der nach oben offenen Richterskala hat gestern um 10:35 Uhr Ortszeit mehr als 30 Sekunden lang das Land erschüttert. Nach derzeitigem Stand hat das Beben mindestens 48 Tote und 155 Verletzte gefordert, berichtet die Nachrichtenagentur TeleSur unter Berufung auf offizielle Angaben. Laut Katastrophenschutz werden noch 23 Personen vermisst. Es handelt sich um das stärkste seit 36 Jahren, erklärte der guatemaltekische Präsident Otto Pérez Molina.

Das Epizentrum des Bebens befand sich nach Angaben des Instituts für Seismologie, Vulkanologie, Meteorologie und Hydrologie (Insivumeh) rund 200 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Guatemala-Stadt bei Champerico (Department Retalhuleu) im Pazifik, in ca. 75 Kilometer Tiefe. Am stärksten betroffen ist das Department Sant Marcos, wo 39 Menschen aufgrund des Erdbebens starben. Acht Todesopfer wurden aus Quetzaltengo und ein Toter aus der Region Sololá gemeldet. In einigen Regionen seien die Trinkwasser- und die Stromversorgung ausgefallen.

Rund 16.000 Menschen betroffen

Der Präsident hat eine dreitägige Staatstrauer angemeldet und die höchste Alarmstufe Rot ausgerufen. Laut lokalen Presseberichten wurden mehr als 2.000 Soldaten und 500 Angehörige der Nationalpolizei in die Erdbebenregion entsandt, um bei der Bergung von Opfern und den Aufräumarbeiten zu helfen.

In San Marcos seien Dutzende Häuser zerstört, Straßen und Brücken hätten Schaden genommen, unter anderem auch die wichtige Fernverkehrsstraße Interamericana. Rund 16.000 Menschen seien von dem Beben betroffen, so TeleSur. Präsident Molina bedankte sich für zahlreiche Hilfsangebote aus dem Ausland, unter anderem aus Venezuela, Honduras und Spanien, erklärte jedoch, man verfüge über die entsprechenden Ressourcen, um die Katastrophe selbst zu bewältigen.

Ursache des Bebens sei die Plattenbewegung zwischen der pazifischen und der Cocosplatte gewesen, so Insivumeh. Das Institut hat mindestens 19 Nachbeben um Stärke 4 registriert. Auch in Südmexiko und El Salvador war die Erderschütterung als starkes Beben registriert worden. Dort hat es laut Presseberichten jedoch keine Opfer gegeben. (bh)