Chile |

Schweres Erdbeben der Stärke 8,8

Ein schweres Erdbeben der Stärke 8,8 hat Chile heimgesucht. In der Hauptstadt Santiago wankten die Häuser eineinhalb Minuten lang, der Strom fiel aus, mindestens 200 Menschen kamen ums Leben. Für Chile, Peru und Ecuador wurde eine Tsunami-Warnung ausgegeben. Das Zentrum des Bebens lag den Angaben zufolge 115 Kilometer nordöstlich von Concepción in einer Tiefe von 60 Kilometern.

Der chilenische Fernsehsender TVN zeigte Videos aus der 200.000-Einwohner-Stadt Concepción mit brennenden Gebäuden. Demnach brach dort die Strom- und Wasserversorgung zusammen. Auch in anderen Landesteilen fiel die öffentliche Grundversorgung aus. In der Hauptstadt Santiago wurden Krankenhäuser evakuiert und der Flughafen für mindestens 24 Stunden geschlossen.

Insgesamt ist eine 800 Kilometer lange Region von Valparaíso im Norden Santiagos bis Araucania, etwa 700 Kilometer südlich der Hautstadt betroffen. Überall sind Helfer im Einsatz.

Die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet rief den Katastrophenzustand aus.

Tsunami-Warnung für Pazifik-Raum

Das Beben löste einen Tsunami aus. Das US-Tsunami-Warnzentrum NOAA gab eine Warnung für den gesamten pazifischen Raum heraus - insgesamt 52 Länder und Inselgruppen sowie die Antarktis. Eine riesige Welle traf bereits die Juan-Fernandez-Inseln vor der chilenischen Küste. Der Rundfunk berichtete von schweren Schäden auf dem Archipel. Auf der ebenfalls zu Chile gehörenden Osterinsel, 3000 Kilometer vom Festland entfernt, wurde die Küste evakuiert. Anscheinend ist in weiten Teilen des Landes teilweise der Strom ausgefallen. Auch die Versorgung mit Wasser und Erdgas sowie die Telefonverbindungen sollen gestört sein. An Straßen, Brücken und Gebäuden habe es Schäden gegeben.