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Schwere Unwetter in Bolivien fordern 52 Tote

Starke, anhaltende Regenfälle haben in Bolivien zu schwerwiegenden Überschwemmungen und Erdrutschen geführt. Über 50 Menschen sind dabei ums Leben gekommen. Mehr als 13.000 Menschen in neun Provinzen des Landes sind betroffen, dies teilte der Vize-Minister für Zivilschutz, Hernán Tuco, mit. Außerdem sorge laut Tuco das Klimaphänomen „La Niña“ dafür, dass sich die Regenzeit ungewöhnlicherweise bis Mitte April hinziehen könnte. Bis zu 100.000 Familien könnten dadurch in Mitleidenschaft gezogen werden. In der Landeshauptstadt La Paz wurden allein am Wochenende etwa 1.500 Häuser zerstört.

Adveniat-Praktikant Eleftherios Zavrakidis Herrero befragt Länderreferent Martin Hagenmaier zur Lage:

Wie ist die aktuelle Situation in Bolivien?
Martin Hagenmaier: Die Regenzeit wird bis ungefähr April andauern, ungewöhnlich lange. Im Prinzip ist das gesamte Land betroffen die Anden, das Tiefland. Verantwortlich dafür ist „La Niña“. Bolivien ist zwar regelmäßig von Überschwemmungen betroffen, jedoch ist die Lage momentan besonders schlimm: Viele Regionen sind stark überflutet worden, andere klagen über Wassermangel.

Sind Projektpartner von Adveniat betroffen?

Martin Hagenmaier: Ja, es sind immer Partner betroffen, sei es direkt oder indirekt. Die Niederlassung der Steyler Missionare in La Paz ist beispielsweise stark zerstört und unbewohnbar geworden. Man hat die Menschen evakuieren müssen und sie in Zelten untergebracht.

Welche Konsequenzen haben die Unwetter für die Betroffenen und wie geht es jetzt weiter?
Martin Hagenmaier: Die Regierung hat sofort geantwortet und den Katastrophenschutz eingeschaltet. Zeltdörfer wurden aufgebaut und Erste Hilfe geleistet. Außerdem hat die Kirche zum Spenden aufgerufen. Man versucht natürlich die Menschen umzusiedeln, jedoch wollen das die Meisten nicht. Leider sind fast 70 Prozent der Menschen in La Paz potenziell gefährdet, da sie im Talkessel, an ungesicherten Hängen und nicht gut geprüften Stellen ihre Häuser erbaut haben. Auch wohnen viele Bolivianer zu nah an Flüssen, diese Menschen sind sehr stark von Überschwemmungen betroffen. Ein Umsiedeln aller gefährdeten Menschen ist zwar nicht durchsetzbar, aber zumindest sollten Bauprojekte in Zukunft besser geprüft werden im Hinblick auf die Standortsicherheit.