Argentinien |

"Schweigen ist Komplizenschaft"

Die katholische Kirche in der rohstoffreichen argentinischen Region Neuquen hat in einem Schreiben an die Abgeordneten des Regionalparlaments ihre ablehnende Haltung zur Förderung von unkonventionellem Erdöl und Erdgas in der Region bekräftigt. Dies soll in einem Abkommen zwischen dem US-amerikanischen Konzern Chevron und dem im vergangenen jahr verstaatlichten argentinischen Unternehmen YPF möglich gemacht werden. In dem Schreiben ruft die Kirche dazu auf, die von YPF vorgeschlagene Vereinbarung abzulehnen, weil sie Geheimklauseln beinhalte und damit inakzeptabel sei. In dem Dokument mit dem Titel "Schweigen ist Komplizenschaft" erinnerte die Kirche die Parlamentarier daran, nicht ihre Aufgabe zu vergessen, Schaden vom Volk abzuhalten. Die Debatte über die Vereinbarung wurde am Mittwoch (Ortszeit) von gewaltsamen Protesten überschattet.

Die Förderung von unkonventionellem Erdöl und Erdgas mit Hilfe von Fracking ist umstritten, weil Umweltschützer Folgen für das Grundwasser und das Erdreich befürchten. Experten der betroffenen Unternehmen versichern dagegen, dass die Methode ungefährlich ist. Zuletzt kam es immer wieder zu Protesten in der Region. Mapuche hatten jüngst einen Bohrturm besetzt, um gegen die Akivitäten von Chevron und YPF zu demonstrieren. (TK)