Costa Rica |

Schutzheilige kommt per Helikopter

Dank moderner Verkehrsmittel und einer gehörigen Portion Einfallsreichtum haben die Organisatoren das wichtigste und traditionsreichste katholische Pilgerfest in Costa Rica gerettet. Weil die Gesundheitsbehörde in Absprache mit der Kirche wegen der befürchteten Ausbreitung der Schweinegrippe zum ersten Mal seit 227 Jahren die Wallfahrt zur Schutzheiligen "La Negrita" abgesagt hatte, kam die Heiligenfigur diesmal per Pick-up und Helikopter zu den Pilgern.

Bewacht von Sicherheitskräften und geschützt hinter dicken Plexiglasscheiben machte sich "La Negrita" bereits am Samstag auf die Reise quer durch ganz Costa Rica. Dagegen bleiben die Tore der "Basilika de Nuestra Senora de los Angeles" in Cartago, eigentlicher Zielort der jährlichen Wallfahrt diesmal geschlossen.

Wegen der geringen Entfernung zur Hauptstadt San Jose und des zu erwartenden Menschenandrangs hatten Kirche und Gesundheitsbehörde eine weitere Ausbreitung des H1N1-Virus befürchtet. Seit 227 Jahren wandern Tausende Costaricaner schon Tage vor dem eigentlichen Feiertag am 2. August zur Schutzheiligen "La Negrita". Cartago liegt nur 23 Kilometer von San Jose entfernt. Da diesmal trotz der offiziellen Absage des Festes zahlreiche Gläubige nach Cartago pilgern wollten, entschieden sich die Organsiatoren zu dem ungewöhnlichen Schritt und drehten die Reiserichtung diesmal einfach um.

Autor: Tobias Käufer