Kolumbien |

Schutz für Aktivisten soll erweitert werden - bereits 33 Tote

Das Bergdorf Las Mercedes wird von schwer bewaffneten Polizisten gegen die Angriffe von Guerillagruppen beschützt. (Foto: Escher/Adveniat)
Das Bergdorf Las Mercedes wird von schwer bewaffneten Polizisten gegen die Angriffe von Guerillagruppen beschützt. (Foto: Escher/Adveniat)

In Kolumbien reißen die Ermordungen von Aktivistinnen und Aktivisten, die sich für mehr Gerechtigkeit, Landverteilung, Indigenenrechte und Umweltschutz einsetzen, nicht ab. Allein in 2018 seien bisher 33 Morde amtlich erfasst worden, berichtet die Tageszeitung „El Tiempo“ anlässlich einer hochrangigen Regierungs- und Expertenanhörung zu möglichen staatlichen Maßnahmen gegen die Morde am Dienstag, den 10. Juli 2018.

Neben den 33 eindeutig zuordenbaren Morden aus politischen Gründen kämen 40 Fälle hinzu, die unklar seien. Wahrscheinlich verantwortlich seien die Tätergruppen vom „El Golfo“-Kartell, der Guerillaorganisation ELN oder abtrünnigen, den Friedensvertrag nicht anerkennenden FARC-Einheiten. Im Zeitraum von 2015 bis heute seien UN-Angaben zufolge 219 Morde an Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft gezählt worden, so das Blatt. Bei dem Treffen unter Anwesenheit von Präsident Manuel Santos, Vertreterinnen und Vertretern von Menschenrechtsorganisationen, Ministern, Generälen und Generalstaatsanwaltschaft erklärte das Staatsoberhaupt, die Aktivistinnen und Aktivsten seien „nicht allein“.

In den am meisten von der Gewalt betroffenen Gemeinden Corinto, Cáceres, Bagre, Buenaventura, Quibdó und Tame würden Sicherheitspläne für mögliche Anschlagopfer ausgearbeitet. In den Gewaltregionen Cauca, Antioquia, Norte de Santander, Valle, Risaralda, Nariño, Córdoba und Chocó werde das Verteidigungsministerium Schutzmaßnahmen verstärken. Auch die Mord-Aufklärungsrate, die bisher bei nur 50 Prozent liegt, soll durch die personelle und finanzielle Stärkung zuständiger Polizeieinheiten verbessert werden. (bb)