Chile |

Schüler besetzen erneut Schulen in Santiago

Zahlreiche Schüler haben in Santiago de Chile erneut ihre Schulen besetzt. Die Besetzung ist Teil des Protests für eine qualitativ bessere und kostenfreie Bildung in dem südamerikanischen Land, der bereits seit über einem Jahr anhält und gerade wieder erstarkt ist. Rund 20 Schulen wurden Ende vergangener Woche von der Polizei geräumt. Die Bildungseinrichtungen wurden am 30. Juni für die Vorwahlen als Wahlzentren genutzt. Um eine erneute Besetzung während des Urnengangs zu verhindern, wurden die Schulen durch Polizei gesichert.

Nur wenige Stunden nachdem am Montag, 1. Juli, das Wahlergebnis feststand, haben viele Schüler der Sekundarstufe ihren Protest wieder aufgenommen. „Wir haben mit den lokalen Behörden und den Direktoren gesprochen und die Fortsetzung unserer Besetzung angekündigt, sobald die Polizei die Gebäude wieder frei gibt“, erläutert der Präsident und Sprecher der Nationalen Schülerkoordination, Moisés Paredes, „ es gab keine Probleme bei der Durchführung der Aktion“. Paredes betonte außerdem, dass der Protest der Schüler erst dann aufhören werde, wenn die Regierung auf die Forderung der Studenten- und Schülerbewegung eingegangen sei.

Der Protest der Bewegung begann im Mai 2012 und hat bereits wiederholt hunderttausende Menschen mobilisiert, die in großen Demonstrationszügen den kostenfreien Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung für alle Chilenen fordern. Die Bildungsfrage wird auch in den Kampagnen zur Präsidentschaftswahl am 17. November eine wichtige Rolle einnehmen. Die gerade zur Kandidatin der linken Parteien bestimmten ehemalige Präsidentin Michelle Bachelet hat bereits angekündigt, dass sie die kostenfreie Bildung für alle durchsetzen wird, sollte sie in das höchste Staatsamt gewählt werden. (aj)