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Schicksal von haitianischen Schiffbrüchigen ungeklärt

Eine Frau mit Kind in Cité Soleil, dem größten Armutsviertel von Port-au-Prince in Haiti. Foto: Adveniat/Pohl
Eine Frau mit Kind in Cité Soleil, dem größten Armutsviertel von Port-au-Prince in Haiti. Foto: Adveniat/Pohl

Nach dem Untergang eines haitianischen Flüchtlingsbootes vor der Nordküste der Karibikinsel Hispaniola ist das Schicksal von rund 40 Menschen weiterhin ungeklärt. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete, kenterte bereits am Sonntag (16. Oktober 2017) ein mit rund 50 Flüchtlingen besetztes Schiff, das sich auf dem Weg zu den Turks- und Caicosinseln befand. Das britische Überseegebiet in der Karibik war zuletzt häufiger das Ziel von haitianischen Flüchtlingen. Es liegt etwa 153 Kilometer südlich von Haiti.

Viele Flüchtlinge weiterhin vermisst

Wie lokale Medien berichteten, konnten bislang neun Schiffbrüchige gerettet werden. Sieben von ihnen wurden in Haiti in einem Krankenhaus medizinisch behandelt. Die Küstenwache hatte nach Bekanntwerden des Unglücks sofort die Suche aufgenommen. Von rund weiteren 40 Flüchtlingen, die sich an Bord befanden, fehlt allerdings noch jede Spur.

Haiti gilt als das ärmste Land der Nordhalbkugel. Zuletzt wurde die Karibiknation immer wieder von schweren Naturkatastrophen heimgesucht. Im Jahr 2010 starben rund 250.000 Menschen bei einem verheerenden Erdbeben, das weite Teile des Landes zerstörte. Danach suchte eine von außen eingeschleppte Cholera-Epidemie das Land heim. Verschiedene Tropenstürme verschlimmerten die Situation in den Folgejahren, so dass ein Wiederaufbau nur schleppend vorankommt. Laut aktuellen Statistiken müssen rund 60 Prozent der Bevölkerung mit weniger als zwei Dollar am Tag auskommen. Jedes Jahr versuchen zehntausende Haitianer ihre Heimat zu verlassen, um der Armut in Haiti zu entfliehen. (TK)

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