Kolumbien |

Scharfe Kritik an Betancourt-Buch

"Selbst das Schweigen hat ein Ende" heißen die umstrittenen Memoiren von Ingrid Betancourt. Die ehemalige kolumbianische Präsidentschaftskandidatin schildert in dem Buch ihre sechsjährige Gefangenschaft als Geisel der Farc-Guerilla.

Ehemalige Mitgefangene und Weggefährten wie ihre damalige Assistentin Clara Rojas kritisieren die Franko-Kolumbianerin scharf. Sie würde Lügen in dem Buch verbreiten und die Wahrheit verzerrt wiedergeben. Unter anderem erklärte Betancourt, Rojas habe in der Gefangenschaft gezielt die Nähe zu den Rebellen gesucht und sei gewollt von einem der Guerilla-Kämpfer schwanger geworden. Auch ehemalige US-Geiseln erklärten, Betancourt nehme es mit der Darstellung der Wahrheit in ihrem Buch nicht so genau.

In der Geiselhaft wurde die Freundschaft der beiden Frauen zerstört. Betancourt macht dafür gezielte Intrigen ihrer Bewacher verantwortlich. Bereits während der Geiselhaft hatten die beiden Frauen nicht mehr miteinander gesprochen. Das Schweigen dauert bis heute an. Rojas hatte im Jahr 2002 Betancourt im Wahlkampf als einzige auf einer gefährlichen Dschungelfahrt begleitet. Die beiden Frauen waren zuvor eindringlich vor einem Besuch der von der Farc kontrollierten Region gewarnt worden. (TK)