Kolumbien |

Santos kündigte Annäherung an Nato an

Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos hat kürzlich bei seinem Aufenthalt in London bekannt gegeben, dass seine Regierung eine Annäherung an die NATO anstrebe. „Wir kooperieren bereits seit langer Zeit mit der NATO und werden diese Zusammenarbeit weiterführen und vertiefen“, erläuterte Santos bei einer Rede vor der kolumbianischen Botschaft in London. Bereits zu Beginn des Monats habe die kolumbianische Regierung ein Abkommen mit dem Bündnis unterzeichnet, das eine Annäherung vorsieht. Santos verdeutlichte aber auch, dass er eine volle Mitgliedschaft nicht anstrebe. Es hatte im Vorfeld Spekulationen in diese Richtung gegeben.

Diese Entwicklung hat bei unterschiedlichen Regierungen Lateinamerikas Irritation und Kritik hervor gerufen. Vor allem die Mitglieder der ALBA Venezuela, Nicaragua, Ecuador und Bolivien kritisierten das Vorgehen Kolumbiens. Nicolas Maduro bezeichnete die Linie der kolumbianischen Regierung als nicht wirklich vereinbar mit der lateinamerikanischen Staatengemeinschaft. Daniel Ortega befand es als beunruhigend, dass ein südamerikanisches Land eine enge Kooperation mit einem Militärbündnis anstrebe, das von den USA dominiert werde. Auch die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff zeigte sich irritiert über den Weg, den Santos eingeschlagen hat.

In den vergangenen Jahren haben sich viele der links gerichteten Regierungen Lateinamerikas darum bemüht, eine deutliche Distanz zu den USA herzustellen. Wissenschaftler bezeichnen diesen Trend als das neue Selbstbewusstsein des Subkontinents. In diesem Zusammenhang stehen auch die regionalen Integrationsbündnisse UNASUR und ALBA. Kolumbien gilt als eines der Länder, das bis heute gute Beziehungen zu der Regierung der USA pflegt. (aj)