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Sammelklage gegen Groüstaudamm

Göttingen. Gegen den Bau des Bel Monte-Staudamms im brasilianischen Bundesstaat Para haben 13 Nichtregierungsorganisationen am Mittwoch (01.12.) Klage bei der zuständigen Staatsanwaltschaft eingereicht. Es gehe um den Schutz indigener Völker, deren Lebensraum durch das Großprojekt zerstört werde, teilte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), die sich an der Klage bei der Bundesstaatsanwaltschaft von Para beteiligt, in Göttingen mit. GfbV-Recherchen zeigten, dass der Bau des Staudamms eine großangelegte Industrialisierung der Amazonasregion einleiten solle.

Durch die geplante Überflutung von 500 Quadratkilometern Wald und Anbauflächen würden die Indigenen existenziell bedroht, hieß es. Der brasilianische Staat habe die Ureinwohner nicht umfassend über die Auswirkungen des Staudamm-Baus informiert und nie deren Einverständnis eingeholt. "Dazu ist Brasilien durch die Ratifizierung der Konvention 169 der Internationalen Arbeitsorganisation ILO und durch die UN-Deklaration zu den Rechten indigener Völker zum Schutz der Ureinwohnerrechte jedoch verpflichtet", so die GfbV.

Quelle: KNA