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Salgado erhält als erster Fotograf den Friedenspreis

Als erster Fotograf hat der Brasilianer Sebastiao Salgado den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten. Die Auszeichnung ist mit 25.000 Euro dotiert und wurde ihm am Sonntag, 20. Oktober 2019, in der Frankfurter Paulskirche überreicht. 

Ausstellung 2018 in Paris im Musée de l'Homme. Foto: 2018-12-21, Guillaume Baviere, CC BY-SA 4.0

Zur Begründung hieß es, der Bildkünstler fordere mit seinen Fotografien soziale Gerechtigkeit und Frieden und verleihe der Debatte um Natur- und Klimaschutz Dringlichkeit. Ihm gelinge es, Menschen für das Schicksal von Arbeitern, Migranten und indigenen Völkern empfindsam zu machen.

Salgado sagte in einer emotionalen Dankesrede, dass er die Ehrung mit seiner Frau und allen Menschen teile, die er über Jahrzehnte fotografiert habe. Er bezeichnete sich als "Sozialfotografen" und prangerte die Umweltverschmutzung im Amazonasgebiet an. Dort finde "auch eine Art spirituelle und kulturelle Verschmutzung" statt. Das Überleben der indigenen Bewohner des Waldes sei noch nie in größerer Gefahr gewesen, so der 75-jährige Preisträger. Er habe einen großen Teil seines Lebens dafür eingesetzt, "Zeugnis abzulegen über die Not unseres Planeten und so vieler seiner Bewohner, die unter grausamen, unmenschlichen Bedingungen leben", betonte Salgado. Die Menschheit müsse neue Mittel und Wege des Zusammenlebens finden.

Regisseur Wim Wenders bezeichnete in seiner Laudatio Salgado als "Held des Friedens". Sein Fotografieren sei "nie nur Schauen, sondern immer auch Teilen und Mit-Teilen", seine Arbeiten enthielten immer "das Zuhören, Mitgehen, Zeugnisgeben, Sicheinlassen". Der Bruchteil einer Sekunde entscheide über einen Akt der Empathie oder der Distanzierung, so Wenders. Salgado sei zwar "erklärtermaßen kein gläubiger Mensch". Der Regisseur fügte hinzu, er habe jedoch noch nie gewusst, ob er ihm das "so ganz abnehmen" solle. Salgado habe gleich zwei seiner wichtigsten Werke nach Büchern der Bibel benannt und von dort führe ein direkter Weg zu dem deutsch-jüdischen Theologen Martin Buber, der ebenfalls den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten hatte.

Die Auszeichnung wird seit 1950 vergeben. Geehrt wird alljährlich eine Person aus Literatur, Wissenschaft und Kunst, die in hervorragendem Maß "zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen hat

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