Mexiko |

"Sagt uns, was wir schreiben sollen"

Eine der größten mexikanischen Tageszeitungen "El Diario de Juárez" hat die Berichterstattung über den Drogenkrieg im Lande eingestellt. Die Zeitung rief in einem Leitartikel die Drogenkartelle zu klaren Anweisungen auf, was in Zukunft noch veröffentlicht werden dürfe und was nicht. "Sagt uns, was wir schreiben sollen", heißt es im Editorial der Zeitung.

"El Diario de Juárez" reagiert damit eine Mordserie an Journalisten im Land. Erst kurz zuvor war der erst 21 Jahre alte Foto-Praktikant Luis Carlos Santiago Orozco ermordet worden. Es war der zweite ermordete Mitarbeiter der Zeitung innerhalb von zwei Jahren.

"Wir wollen keine Toten mehr sehen“, schrieben die Redaktion. "Wir wollen, dass Sie uns erklären, was Sie von uns wollen und was wir Ihrer Meinung nach veröffentlichen sollen oder nicht, damit wir wissen, wonach wir uns richten können“. Weiterhin erklärten die Journalisten die Rauschgiftkartelle als "de-facto Machthaber“ der Stadt. Regierung und Polizei seien nicht mehr in der Lage für die Sicherheit und Ordnung im Land zu garantieren. (tk)