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Rio de Janeiro will Favelas zu Wohnvierteln umbauen

Die Regierung von Rio de Janeiro plant den Bau von 9.000 Sozialwohnungen in den Favelas Jacarezinho und Manguinhos. Dafür wolle Gouverneur Sergio Cabral über die nächsten Jahre rund 40 Millionen Euro investieren, berichteten brasilianische Medien am Montag. Insgesamt vier Elendsquartiere im Westen der Millionenstadt waren am Sonntagmorgen von 2.000 Soldaten und Polizisten besetzt worden. Bis Januar sollen dort ständig Truppen präsent bleiben, um die Gewalt einzudämmen und für einen Übergang zu besseren Lebensverhältnissen zu sorgen.

Die Besetzung der Favelas - neben Jacarezinho und Manguinhos auch Mandela und Varginha - sei gewaltlos verlaufen, berichteten Medien. Vier Drogenhändler seien festgenommen worden. Die Polizei gehe Hinweisen nach, nach denen 2.000 mit öffentlichen Geldern gebaute Sozialwohnungen in der Gegend von Drogenbanden besetzt seien. Am Sonntag seien 15 Wohnungen entdeckt worden, die vermutlich von Drogenbanden als Unterschlupf benutzt wurden.

Bis Januar will die Polizei laut den Berichten zwei Stützpunkte einrichten, die den Übergang der Favelas zu "normalen Stadtvierteln" mit öffentlicher Infrastruktur wie Schulen, Krankenhäusern, Stromversorgung und Wasserversorgung überwachen sollen. Seit 2008 richtete Rio bereits gut 30 solcher Basen ein. Diese liegen allerdings um die Wohnviertel der Mittel- und Oberschicht im Süden und Westen der Stadt. Kritiker bemängelten, die Regierung wolle damit lediglich das Image der Stadt für die Fußball-WM 2014 und die Olympischen Spiele 2016 aufpolieren.

Nach Regierungsangaben ist als nächstes die Befriedung des aus 16 Favelas bestehenden Mare-Komplexes geplant. Das von Drogenbanden kontrollierte Areal liegt in der Nähe des Internationalen Flughafens von Rio de Janeiro.

Quelle: KNA