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Richter stoppt Ausschreibung für Groüstaudamm

Sao Paulo. Die für den 20. April geplante öffentliche Ausschreibung für den Bau des Megastaudamms Belo-Monte am Xingu-Fluss in Nordbrasilien ist vorerst gestoppt. Das berichteten brasilianische Zeitungen am Donnerstag. Ein Richter in der Stadt Altamira im Bundesstaat Para erließ dafür am Mittwochabend eine einstweilige Verfügung, in der eine neue Einschätzung der befürchteten Umweltschäden durch den Staudamm gefordert wird. Die Region rund um die Stadt Altamira wäre von dem Projekt am stärksten betroffen.

Die einstweilige Verfügung war die Antwort auf eine juristische Intervention mehrerer Organisationen gegen das Projekt, darunter des katholischen Indio-Missionsrats CIMI. Laut Richterspruch verstößt der Damm gegen zahlreiche Umweltauflagen, was eine neue Umweltlizenz für das Projekt erfordere. Im Januar hatte die Umweltbehörde IBAMA die Lizenz für das 8,5 Milliarden Euro teure Projekt erteilt. Es wird damit gerechnet, dass sich die Regierung in den nächsten Tagen juristisch gegen die einstweilige Verfügung wehrt.

Durch die Errichtung des Staudamms würden etwa 500 Quadratkilometer Urwald überschwemmt, darunter Teile eines Indio-Reservates. Deshalb kämpfen Ureinwohner und Umweltschutzgruppen bereits seit den 1970er Jahren gegen das Projekt. Laut Plänen der Regierung soll das angeschlossene Kraftwerk ab 2015 bis zu 11.200 Megawatt Strom liefern. Damit wäre es Brasiliens zweitgrößtes Wasserkraftwerk und das drittgrößte weltweit.

Quelle: kna