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Richter erklärt erste "Homo-Ehe" Lateinamerikas für nichtig

Ein Richter hat die erste gleichgeschlechtliche Ehe Lateinamerikas für nichtig erklärt. Die Trauung sei verfassungswidrig, urteilte ein argentinisches Gericht am Mittwoch (14.04). Das homosexuelle Ehepaar akzeptiert die Annullierung laut Medienberichten nicht. Der argentinische Verband der Homosexuellen äußerte sich entrüstet.

Die zwei Argentinier Alex Freyre und Jose Maria Di Bello waren Ende Dezember 2009 nach monatelangem Rechtsstreit in der Stadt Ushuaia im Süden des Landes standesamtlich getraut worden. Eigentlich hatten die beiden Männer in Buenos Aires heiraten wollen, was eine Richterin jedoch verhinderte.

In Argentinien tobt derzeit ein Kampf der Gerichte: Einige Richter erlauben die Eheschließung zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren, andere verhindern und annullieren sie. Seit Ende 2009 sind drei "Homo-Ehen" auf dem Standesamt eingetragen worden. Zwei von ihnen wurden mittlerweile wieder für ungültig erklärt.

Besonders konservative Kreise sind gegen die Trauung gleichgeschlechtlicher Paare. Auch die Kirche sprach sich wiederholt dagegen aus. Zuletzt baten Vertreter der Bischofskonferenz bei einem Treffen Abgeordnete der Provinz Buenos Aires darum, sich gegen die "Homo-Ehe" auszusprechen. Im Parlament liegen verschiedene Gesetzesentwürfe zu dem Thema vor, die in nächster Zukunft abgestimmt werden sollen.

Quelle: KNA