Argentinien |

Reynaldo Bignone zu lebenslanger Haft verurteilt

Der letzte Präsident der argentinischen Militärdiktatur Reynaldo Bignone wurde am 12. März zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Prozess untersuchte die Vorkommnisse im Militärcamp Campo de Mayo während der Präsidentschaft von Bignone in den Jahren 1982 und 1983. Der 85-Jährige war in diesem Zusammenhang wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in 23 Fällen angeklagt und wurde für schuldig befunden. Unter den 23 Opfern, die bis heuet als verschwunden gelten, befanden sich damals auch sieben schwangere Frauen. Sie brachten ihre Kinder in dem Camp zur Welt.

Neben Reynaldo Bignone wurde auch der damalige Leiter der Institution Santiago Omar Riveros zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Außerdem wurden insgesamt sieben weitere ehemalige Militärs der Verbrechen von Campo de Mayo für schuldig befunden. Sie müssen zwischen 12 und 25 Jahren ins Gefängnis. Für das ehemalige Staatsoberhaupt Bignone ist es bereits die dritte Verurteilung seiner Verbrechen während der Militärdiktatur. So wurde er im Jahr 2011 schon einmal zu lebenslanger Haft wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt.

Bignone sitzt, gemeinsam mit 24 anderen, auch im Prozess gegen die Verantwortlichen der so genannten Operation Condor auf der Anklagebank. In dem Prozess werden erstmals die Menschrechtsverbrechen im Zusammenhang mit dem Plan Condor untersucht. Im Kontext dieser Operation kooperierten die Geheimdienste Argentiniens, Paraguays, Chiles, Uruguays, Brasiliens und Boliviens in Zusammenarbeit mit den USA in ihrem Vorgehen gegen Oppositionelle. Es ist bis heute unklar wie viele Verbrechen in den 1970er und -80er Jahren genau mit diesem Plan verübt wurden. (aj)