Brasilien |

Relativ hohe Analphabetenrate

In Sachen Analphabetismus hat es in den letzten Jahren nur wenig positive Veränderungen in Brasilien gegeben. Dies geht aus einer Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts IPEA hervor, die am 9. Dezember veröffentlicht wurde. Für die Studie wurden Haushaltsdaten im Zeitraum von 2004 bis 2009 ausgewertet.

14 Millionen Analphabeten

Brasilien hat die fünftgrößte Einwohnerzahl der Welt. Mit rund 14 Millionen Analphabeten liegt das Land damit weltweit an achter Stelle. Die Analphabetenrate entspricht damit einem Bevölkerungsanteil von zehn Prozent, was weltweit gesehen, eher durchschnittlich ist. Auffällig ist laut Studie jedoch die regional sehr unterschiedliche Anzahl der Analphabeten in Brasilien.

So ist der Index im Nordosten des Landes bei Personen über 15 Jahren 3,4-mal höher, als im Süden des Landes. Mit verschiedenen Programmen konnte allerdings die Analphabetenrate in den nördlichen Bundesstaaten Amapá und Roraima um 65 Prozent bzw. 35 Prozent gesenkt werden. In Amapá liegt die Analphabetenrate jetzt bei 2,8 Prozent, einem Wert, der nahe denen der reichen Industriestaaten liegt.

Schulbildung oft wegen Armut nicht möglich

Auch gibt es im ländlichen Raum dreimal so viele Analphabeten, wie in den Städten. Die ungleiche Einkommensverteilung ist noch immer ein entscheidender Faktor dafür, ob Menschen lesen und schreiben können, so die Studie. Der Anteil von Analphabeten ist demnach bei Personen, denen nur ein Viertel des Mindestlohns zur Verfügung steht, zwanzig Mal höher als bei Personen, die über ein Einkommen verfügen, dass drei oder vier Mindestlöhne beträgt. Etwa 93 Prozent der Analphabeten verfügen über ein Einkommen in Höhe von nur zwei Mindestlöhnen.

Die Autoren prognostizieren einen nur langsamen Rückgang des Anteils von Analphabeten in der brasilianischen Bevölkerung. Insgesamt kommt die Studie zu dem Schluss, dass die Ungleichheit wesentlich zur unveränderten Situation beiträgt. (bh)

Quelle: Adital