Chile |

Regierungsangebot nicht akzeptabel

Nachdem am vergangenen Freitag 28 inhaftierte Mapuche auf das Verhandlungsangebot der Piñera-Regierung eingegangen sind und ihren Hungerstreik beendet haben, kündigten zehn Mapuche-Aktivisten im Gefängnis von Angol eine Fortsetzung der Nahrungsverweigerung an. Man werde » bis zur letzten Konsequenz« gehen, so eine Erklärung der Häftlinge in der südchilenischen Region Araucanía am Sonnabend.

Das Versprechen der Regierung, die Verfahren wegen »terroristischer Vergehen« gegen die Mapuche einzustellen, würde »an den laufenden Prozessen der Hungerstreikenden nichts ändern«, so die Erklärung. Allein die ermittelnde Staatsanwaltschaft sei zuständig. Die wiederum gab am Freitag bekannt, dass in den Verfahren gegen die Mapuche-Aktivisten weiterhin das umstrittene Anti-Terror-Gesetz zur Anwendung kommt. Militärgerichtsbarkeit und zivile Gerichte hätten zu entscheiden, ob die Anklagen auf Grundlage des Anti-Terror-Gesetzes weitergeführt würden oder nicht, stellte Innenminister Rodrigo Hinzpeter gegenüber Radio Bío Bío klar.

Auch die im Kongress derzeit verhandelte Reform des Anti-Terror-Gesetzes gäbe »keine Garantien, dass es nicht wieder auf die sozialen Proteste der Mapuche angewendet wird«, so die Sprecher der Mapuche von Angol. Sieben der zehn Häftlinge in Hungerstreik liegen wegen ihres kritischen Gesundheitszustandes im Krankenhaus der Ortschaft Victoria. Der Erzbischof von Concepción, der den Dialog zwischen den Indigenen und der Regierung vermittelt hatte, erklärte sich am Sonntag bereit nach Angol zu reisen, um vor Ort neue Verhandlungen zu sondieren. (bb)