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Regierungs- und Staatschefs unterzeichnen Deklaration von Cádiz

Die Staats- und Regierungschefs Lateinamerikas sowie Spanien und Portugals haben sich nach dem zweitägigen Gipfelreffen in der südspanischen Stadt Cádiz zu einer stärkeren Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung in Iberoamerika verpflichtet. Diese wirtschaftliche Entwicklung solle vor allem im Dienste des Bürgers stehen und somit die Lebensbedingungen der Lateinamerikaner verbessern.

Zu diesem Zweck einigten sich die teilnehmenden Staatsoberhäupter auf die Verbesserung der Infrastruktur in der Region. Dazu gehören vor allem Transport, Telekommunikation und Energie. Außerdem sollen in Zukunft die kleinen und mittelständischen Unternehmen in Lateinamerika zunehmend gefördert werden.

Kritik an der europäischen Sparpolitik

Einige der teilnehmenden Präsidenten haben in ihren Redebeiträgen die rigide Sparpolitik der Länder der Europäischen Union (EU) im Kampf gegen die Krise kritisiert. So sagte Brasiliens Regierungschefin Dilma Rousseff, dass das Vertrauen der EU-Bürger nicht lediglich durch Opfer geschaffen werden könne. Es fehle in den europäischen Ländern nach Ansicht Rousseffs an Impulsen und Politiken, die das Wirtschaftswachstum wieder ankurbeln könnten. Auch der argentinische Vizepräsident Amado Boudou äußerte die Befürchtung, dass der harte Sparkurs einem Wachstum im Weg stehen könnte. EU-Kommissionspräsident Juan Manuel Barroso verteidigte die Haushaltspläne der EU bis 2014.

Das Gipfeltreffen der lateinamerikanischen Staatschefs wird seit 1991 jährlich abgehalten. Da in diesem Jahr im Vorherein des Gipfels bereits sieben Präsidenten absagten, steht nun zur Debatte, die Konferenz nach 2013 nur noch alle zwei Jahre abzuhalten. Im nächsten Jahr kommen die Regierungschefs in Panama zusammen. (aj)