Chile |

Regierung zieht Erdbeben-Bilanz

Die chilenische Regierung hat eine Bilanz des Erdbebens gezogen. Insgesamt seien nach dem Beben Ende Februar rund 500 Tote und 200 Vermisste zu beklagen, sagte Innenminister Rodrigo Hinzpeter am Dienstag (Ortszeit). "Wirtschaftlich gesehen ist es die schlimmste Katastrophe, die Chile je widerfahren ist", so der Minister. Die Sachschäden bezifferte Hinzpeter auf 30 Milliarden US-Dollar. Alleine 1,5 Milliarden US-Dollar werde der Wiederaufbau von öffentlichen Gebäuden kosten.
In der Hauptstadt Santiago de Chile wurden durch den Erdstoß der Stärke 8,8 laut offiziellen Angaben mehr als 30.000 Häuser beschädigt. Jede fünfte Schule sei nicht mehr nutzbar. In den besonders schwer getroffenen Regionen läuft der reguläre Unterricht derzeit nur an drei Prozent der Schulen. Von den kirchlichen Gebäuden sind nach Informationen der Chilenischen Bischofskonferenz bis zu 90 Prozent zerstört. Als provisorische Gotteshäuser stellte das katholische Hilfswerk "Kirche in Not" Kapellenzelte im Wert von 200.000 Euro auf.

Die Regierung unter dem seit vergangenen Donnerstag amtierenden Präsidenten Sebastian Pinera sowie das Parlament prüfen unterdessen erste Schritte für die Finanzierung des Wiederaufbaus. "Es ist möglich, dass Bergbau-Unternehmen zusätzliche Steuern zahlen müssen", sagte Innenminister Hinzpeter. Andere Politiker fordern höhere Abgaben auf Alkohol und Zigaretten. Der nationale Gerichtshof kündigte eine Untersuchung gegen die Marine an. Sie habe kurz nach dem Erdbeben keine angemessene Tsunami-Warnung ausgegeben.

Quelle: kna