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Regierung will in Krebsbekämpfung investieren

Brasiliens neue Regierung will in den nächsten Jahren massiv in die Bekämpfung von Brust- und Gebärmutterkrebs investieren. Bis 2014 sollten dafür umgerechnet 1,9 Milliarden Euro im Budget des öffentlichen Gesundheitswesens einstellen, berichtete die brasilianische Presse. Das Programm sehe sowohl mehr Maßnahmen zur Vorbeugung als auch eine bessere Ausstattung der öffentlichen Krankenhäuser mit modernen medizinischen Apparaten vor.

Staatspräsidentin Dilma Rousseff, die selbst in den vergangenen Jahren an Krebs erkrankt war, setzt damit ihre Offensive zur Verbesserung des öffentlichen Gesundheitssystems vor. Erst Mitte Februar hatte die Regierung mit einer kostenlosen Verteilung von Bluthochdruck- und Diabetesmedikamenten in staatlichen Krankenhäusern und Apotheken begonnen.

Laut Verfassung haben alle Bürger Brasiliens ein Anrecht auf kostenlose Behandlung durch das öffentliche Gesundheitssystem. Allerdings leidet dieses unter mangelhafter personeller und finanzieller Ausstattung. Nicht selten müssen Patienten monatelang auf einen Behandlungstermin warten. Zudem kommt es häufig zu Engpässen bei der Medikamentenverteilung. So fehlten in den vergangenen Wochen vier der zwanzig gratis verteilten Aids-Medikamente.

Rousseff, die zu Jahresbeginn ihr Amt antrat, hat die "Beseitigung der Armut" in Brasilien zum wichtigsten Ziel ihrer Präsidentschaft erklärt. Laut Gesundheitsministerium geben Menschen in den untersten Einkommensgruppen bis zu einem Achtel ihrer monatlichen Einkünfte für Medikamente aus. In der Oberschicht, die meist über eine private Gesundheitsvorsorge verfügen, seien das nur zwei Prozent. Eine Verbesserung des öffentlichen Gesundheitssystems kommt somit vor allem den unteren Einkommensgruppen zugute.

Quelle: kna