Paraguay |

Regierung will extreme Armut bis 2015 halbieren

Paraguays Regierung will eigenen Angaben zufolge mehr gegen die extreme Armut im südamerikanischen Binnenstaat unternehmen. Um die Armutsrate von derzeit rund 49 Prozent zu senken stellte darum eine Expertengruppe der Stabsstelle für technische Planung (STP) des Präsidialamtes vergangenen Mittwoch Paraguays Präsident Horacio Cartes das Armutsbekämpfungsprogramm „Chancen schaffen“ vor, berichtete die Tageszeitung La Nación.

Weil laut Aussagen der STP-Experten die Verringerung der extremen Armut in der 6,3-Millionen-Einwohnernation in den letzten Jahren kaum voran gekommen sei, soll mit einer „interinstitutionellen Kooperation“ zwischen Staat und Privatwirtschaft die Situation von rund 220.000 notleidenden Familien verbessert werden. STP-Angaben zufolge leben heute rund 18,8 Prozent der Bevölkerung in extremer Armut. Neuesten Statistiken der Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (CEPAL) zufolge hat das Nachbarland Bolivien die rote Laterne des ärmsten Landes des Kontinents bereits 2011 an Paraguay abgegeben.

Der im Präsidentenpalast „Mburuvicha Roga“ in Asunción vorgestellte Plan setzt derweil nicht auf das sozialpolitische Instrument staatlicher Sozialleistungen, das in Ländern wie Argentinien, Brasilien, Bolivien und Venezuela in den letzten Jahren zu einer von internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen und Weltbank gelobten Armutsreduzierung geführt hat. Statt dessen hofft die konservative Regierung auf armutsreduzierende Effekte über die Schaffung von Jobs sowie den Bau von Infrastruktur wie Sanitäranlagen und Unterkünfte, informiert die STP-Internetseite. (bb)