Kolumbien |

Regierung will extreme Armut abschaffen

Kolumbiens Präsident Manuel Santos hat sich ehrgeizige Ziele bei der Bekämpfung der Armut im 47-Millionen-Einwohnerland gesetzt: Bis Ende dieses Jahrzehnts könne die extreme Armut ganz beseitigt sein, so der konservative Staatschef am Mittwoch, den 8. Januar. Allein in den letzten drei Jahren seiner Regierungsführung hätten über 1,3 Millionen Bürger die extreme Armut hinter sich gelassen, wird Santos von der spanischen Nachrichtenagentur EFE anlässlich einer Überprüfung der nationalen Sozialpolitik zitiert.

Seit seinem Amtsantritt 2010 hätten insgesamt 2,6 Millionen Kolumbianer die Armutsgrenze verlassen, so Santos. "Beim Thema Ungleichheit sind wir Seriensieger, weil unser Land in den letzten drei Jahren den Koeffizient zur Messung der Ungleichheit am stärksten verringern konnte", lobte der Nachfolger von Präsident Álvaro Uribe (2002 bis 2010) die eigene Sozialpolitik. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger habe der studierte Volkswirt den Kampf gegen Armut und Ungleichheit ganz oben auf die Agenda gesetzt, werten politische Beobachter die Politik des Ex-Verteidigungsministers als Erfolg.

Zuletzt im Oktober 2013 hatte das Nationale Statistikamt (DANE) neue Zahlen vorgestellt. Demzufolge leben in Kolumbien 14,6 Millionen Menschen (32,2 Prozent), und damit jeder dritte Kolumbianer, in Armut. 4,59 Millionen Menschen leben in extremer Armut, also jeder zehnte Kolumbianer (10,1 Prozent). Santos, dessen Amtszeit im August diesen Jahres endet und der seine Kandidatur für die Wahlen im Mai bisher noch nicht bekannt gegeben hat, zieht mit seiner "Sozialen Partei der nationalen Einheit" (PSUN) mit dem Versprechen für mehr Armutsbekämpfung, bessere Bildungsqualität und mehr Grundversorgung auf dem Land ins Rennen. (bb)