Bolivien |

Regierung will Atomenergie fördern

Boliviens Präsident Evo Morales hat Pläne seiner Regierung, im Andenland künftig auch Atomenergie zu nutzen, erneut bekräftigt. Bei einer Ansprache vor Militärs im zentralbolivianischen Cochabamba anlässlich des Jahreswechsels erklärte Morales, Bolivien, das über große Uranvorkommen verfügt, werde bald "über Atom- oder Kernenergie zur friedlichen Nutzung verfügen".

"Ich möchte Ihnen mitteilen, dass wir nicht weit davon entfernt sind, in kurzer Zeit über Atom- oder Kernenergie zur friedlichen Nutzung zu verfügen, wir haben dafür ausreichend Rohstoffe, und wir haben das Recht dazu", zitieren lokale Medien den Präsidenten. Im Oktober 2013, nach einem Treffen der heimischen Energiewirtschaft, hatte der Chef der regierenden "Bewegung zum Sozialismus" (MAS) bekannt gegeben, dass mit Frankreich und Argentinien Abkommen zur Zusammenarbeit im kerntechnischen Bereich bestünden.

Frankreichs Botschafter in La Paz hatte damals einen Vertrag zwischen beiden Ländern jedoch verneint. "Damit die Sache für die Fernsehzuschauer und Radiohörer klar ist: Es gibt kein Atomprogramm und einen dazugehörigen Vertrag", so Michel Pinard. Bei einem Treffen von Morales und Frankreichs François Hollande am Rande einer Sitzung der Vereinten Nationen September 2013 sei lediglich die Ausbildung bolivianischer Ärzte an medizinischer Nukleartechnik vereinbart worden.

Mit Argentinien hat Bolivien bereits in den 1970er Jahren ein Kooperationsabkommen geschlossen, das 2013 während eines Besuchs von Argentiniens Planungsminister Julio de Vido bekräftigt wurde. Unbestätigten Pressemeldungen zufolge habe La Paz 2010 mit dem Iran die Entwicklung eines Atomkraftwerkes vereinbart. Nach einem Treffen der 30 wichtigsten Kernphysik-Wissenschaftlern im November nannte der Direktor des Bolivianischen Instituts für Kerntechnik- und Wissenschaft (IBTEN) Luis Romero die Pläne "machbar", wofür mindestens 20 Jahre nötig seien. (bb)