Kolumbien |

Regierung verbietet kleine Plastiktüten

Plastikmüll verschmutzt die Meere und stellt eine Gefahr für die in und am Wasser lebenden Tiere dar. Foto: sebastiankauer, CC BY-SA 2.0
Plastikmüll verschmutzt die Meere und stellt eine Gefahr für die in und am Wasser lebenden Tiere dar. Foto: sebastiankauer, CC BY-SA 2.0

Zum Schutz der Umwelt hat Kolumbiens Regierung die Verwendung von kleinen Plastiktüten in Geschäften und auf Märkten verboten. Präsident Juan Manuel Santos Calderón gab die einschränkende Regulierung von Plastiktüten, die einen geringeren Durchmesser als 30 Zentimeter haben und die die am meisten verwendeten Taschen aus Kunststoff sind, am Donnerstag, 28. April 2016, bekannt, so die Tageszeitung El Tiempo.

"Eine große Zahl der Todesfälle von Schildkröten und Delphinen im Meer ist auf das Verschlucken nicht abbaubarer Plastiktüten zurückzuführen", erklärte Santos in einer TV-Ansprache den Umwelt- und Artenschutz als Grund für die Maßnahme. Der Verbrauch von Plastiktüten solle laut Regierung um zehn Prozent reduziert werden. Santos gab an, der Normalverbraucher in Kolumbien würde sechs Tüten am Tag, 288 im Jahr und in seinem ganzen Leben 22.176 der kleinen Beutel verschleißen.

Verbraucher seien aufgefordert, keine Plastiktüten mehr zu verwenden und als Alternative Stofftaschen zu verwenden statt der unökologischen Wegwerfware. Protest hagelte es umgehend aus der heimischen Plastikindustrie, die das Verbotsgesetz als "kalte Dusche" kritisierte, berichtet die Tageszeitung La Opinion. Der Verbandssprecherin Berta Lucía Ramírez zufolge mache die Herstellung der verbotenen Einkaufstüten allein im Departamento Norte Santander 20 Prozent der gesamten Plastikproduktion aus. Teil des Gesetzes ist die Pflicht zur Produktion von ökologisch abbaubaren und mehrfach verwendbaren Einkaufstüten. (bb)

Foto: sebastiankauer, CC BY-SA 2.0