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Regierung und Kirche streiten um Katastrophenhilfe

Venezuelas katholische Kirche wehrt sich gegen Vorwürfe, sie sei in der gegenwärtig katastrophalen Lage des Landes nicht präsent. Anders als die Regierung habe die Kirche "keinen eigenen Pressetross im Schlepptau, der uns überall hin folgt", zitiert die Tageszeitung "El Universal" (8.12.) Kardinal Jorge Urosa Savino. Der Erzbischof von Caracas reagierte damit auf die jüngste Kritik aus der Umgebung von Staatspräsident Hugo Chavez.

Urosa wiederum hatte zuvor bemängelt, die Regierung koordiniere die Hilfe nicht. Auch berichteten die staatlich kontrollierten Medien nicht über die umfangreichen Maßnahmen der Kirche; dabei habe man bereits 46 Tonnen Lebensmittel zur Verfügung gestellt. Oppositionspolitiker kritisieren unterdessen, sie seien von den nationalen Hilfsmaßnahmen abgeschnitten.

Angesichts der Hochwasserkatastrophe rief Chavez in dieser Woche für weitere Regionen des südamerikanischen Landes den Notstand aus. Der Ausnahmezustand gilt inzwischen für 8 von 23 Bundesstaaten. Nach den massiven Regenfällen der vergangenen Wochen kamen bislang vor allem bei Erdrutschen mindestens 34 Menschen ums Leben. Etwa 70.000 Venezolaner sind auf der Flucht vor Überschwemmungen; viele haben ihr Heim verloren.

Quelle: kna