Paraguay |

Regierung und Bauern einigen sich nach Protesten

Dieser Kleinbauer in Paraguay hat sich einer Landwirtschaftskooperative angeschlossen. Foto: Adveniat/Escher
Dieser Kleinbauer in Paraguay hat sich einer Landwirtschaftskooperative angeschlossen. Foto: Adveniat/Escher

Die Bestimmung wurde am Donnerstag, 05. Oktober 2017, vom Ministerium für Landwirtschaft erlassen, nachdem sie bereits eine Mehrheit im Kongress erhalten hatte. Der Notstand gilt landesweit und beinhaltet unterschiedliche Maßnahmen zur Unterstützung der Bauern.

Durch den Beschluss wurden zusätzliche Gelder freigegeben, die unter anderem dafür eingesetzt werden, die Opfer der starken Regenfälle vom Juli zu unterstützen. Rund 100.000 Familien sollen davon profitieren. So werden ab dem 16. Oktober 2017 Lebensmittelpakete an Familien ausgegeben, die landwirtschaftliche Kleinstbetriebe führen. Darüber hinaus sollen diese bei der Reaktivierung ihrer Produktion und bei Schutzmaßnahmen vor Naturkatastrophen unterstützt werden. Dazu gehört auch die Umschuldung der Kredite, die viele der Bauern aufgenommen haben, sowie die Möglichkeit, in den nächsten sieben Jahren Kredite mit einem reduzierten Zinssatz aufzunehmen.

Monatelange Proteste

Dem erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen waren monatelange Proteste und Demonstrationen der Bauern aus ganz Paraguay vorangegangen. In der Hauptstadt Asunción wurden immer wieder Protestmärsche organisiert und ein Camp vor dem Kongressgebäude errichtet. Lange fühlten sich die Bauern von der Regierung ignoriert und prangerten immer wieder an, dass besonders repressiv gegen sie vorgegangen würde. In der internationalen Presse wird der Beschluss über den Notstand als herbe Niederlage für Präsident Horacio Cartes und seine konservative Regierung gewertet. (aj)

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