Kolumbien |

Regierung privatisiert Firmen-Staatsbeteiligungen

Das Wappen Kolumbiens am Tor zum Amtssitz des Präsidenten, der Casa de Nariño. Foto: F Delventhal, CC BY 2.0

Kolumbiens Regierung hat den Verkauf hunderter Beteiligungen des kolumbianischen Staates an öffentlichen und privaten Unternehmen bekannt gegeben. Im Rahmen der laufenden Haushaltsplanungen für 2020 wolle man sich von Anteilen des Staates an Firmen in den Bereichen Energie, Telekommunikation, Transport und Finanzen trennen, bei denen die öffentliche Hand eine Minderheitenbeteiligung unter 49 Prozent hält, berichtet die Nachrichenagentur Reuters am Mittwoch, den 10. Juli 2019.

Ingesamt will Bogotá seinen Aktienbesitz an 105 Unternehmen veräußern, zitiert Reuters hochrangige Quellen aus dem Haushaltsministerium. Die Einnahmen aus den Aktienverkäufen würden jedes Jahr mindestens sechs Billionen Pesos (1,861 Milliarden US-Dollar) bringen. Mit dem Geld solle in Vorhaben investiert werden, die mehr Gewinne brächten, hieß es. In den kommenden Jahren würden Firmenanteile in einem Gesamtmarktwerk von insgesamt 25 Milliarden US-Dollar verkauft und in die öffentlichen Kassen fließen.

Die bisherige Rentabilität der Staatsbeteiligungen von jährlich vier Milliarden US-Dollar sei "sehr gering", begründete César Arias, Direktor für öffentliche Kredite im Haushaltsministerium, die nicht unumstrittene Privatisierungswelle. Jüngst hatte Kolumbiens Kongress die Privatisierung bewilligt. Neben dem Streubesitz, der jetzt verkauft wird, hält der kolumbianische Staat die Kontrolle über die Aktien des Erdölunternehmens "Ecopetrol" sowie über das Firmenkonglomerat ISA, das Energiedienstleistungen, Telekommunikation und Infrastruktur bereitstellt. (bb)

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