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Regierung plant Kürzung bei Crack-Programm

Kürzungen im Regierungsetat gefährden Brasiliens staatliches Programm zur Bekämpfung der Crack-Droge. Bis 2015 sollen demnach statt der jährlich 100 Millionen Reais nur die Hälfte an das Feder führende Sekretariat im Gesundheitsministerium überwiesen werden, wie Zeitungen am Donnerstag berichteten. Experten fordern statt der Kürzungen eine Aufstockung der Gelder, um Präventivmaßnahmen auszuweiten und mehr Entzugsplätze anzubieten.

Während Haushaltsberatungen im Kongress in Brasilia in dieser Woche waren die Sparpläne der Regierung bekannt geworden. In einer ersten Reaktion erklärten Vertreter des Sekretariats für Drogenpolitik, dass ohne die eingeplanten Finanzmittel die von Präsidentin Dilma Rousseff während der Wahlkampagne 2010 gemachten Versprechen zur Bekämpfung der Crack-Droge nicht eingehalten werden könnten.

Experten mahnen die Schaffung neuer Entzugsplätze für Crack-Abhängige an. Anstatt der bisher existierenden 2,500 Klinikplätze brächte man mindestens viermal so viele. Zudem müssten Präventivmaßnahmen wie die Aufklärung an Schulen dringend intensiviert werden. Auch Forschungsprojekte stehen durch die Kürzungen auf dem Spiel.

Experten schätzen dass etwa 1,5 Millionen der insgesamt 190 Millionen Brasilianer Crack abhängig sind. Besonders Jugendliche sind durch die aus Kokainpaste hergestellte Billigdroge gefährdet. So liegt das durchschnittliche Einstiegsalter für den Erstkonsum der Droge bei etwa 13 Jahren. Aufgrund der hohen Unreinheit des gestreckten Kokains sterben die Abhängigen nach durchschnittlich 5 Jahren Drogenkonsum. Nur etwa 15% aller Abhängigen schaffen den Ausstieg aus der Abhängigkeit. (milz)